Was kann ich gegen Zähneknirschen tun?

Das Zähneknirschen kann schon fast als Volkskrankheit bezeichnet werden, denn jeder dritte Deutsche setzt seine Zähne nachts enormen Belastungen aus, die meisten wissen es noch nicht einmal. Manchmal wird man vom Partner darauf angesprochen, denn diese Geräusche können durchaus sehr störend sein. Doch spätestens beim Zahnarzt werden sich irgendwann erste Abnutzungserscheinungen zeigen, die auf das nächtliche Zähneknirschen hinweisen.

Das hauptsächlich durch Stress verursachte Zähneknirschen kann in der Folge zu massiven Verspannungen, Tinnitus oder Kopfschmerzen führen. Da die Hauptursache in starkem Stress liegt, kann jeder selbst einiges dazu beitragen, das Zähneknirschen abzustellen. In erster Linie sollte der Alltag analysiert werden, um festzustellen, welche Faktoren den meisten Stress verursachen. Oftmals kann durch eine Reduzierung des beruflichen und privaten Stresses bereits Abhilfe geschaffen werden.

Wer schlecht abschalten kann, dem ist das Erlernen einer Entspannungstechnik zu empfehlen, wie zum Beispiel die Progressive Muskelentspannung nach Jacobsen. Wenn die Ursachen für den anhaltenden Stress tiefer liegen, dann sollte der Patient eventuell auch eine Psychotherapie in Betracht ziehen.

Nicht immer liegen dem Zähneknirschen psychische Ursachen zugrunde, denn auch Gleithindernisse im Mundraum können die natürlichen Kaubewegungen stören. Hier kommen neben schiefen Zähnen auch falsch sitzender Zahnersatz oder Zahnlücken in Frage. In diesem Fall wird der behandelnde Zahnarzt sich ein genaues Bild von der Situation im Kiefer machen, und die entsprechenden Zähne entsprechend einschleifen oder vorhandene Lücken füllen, um ein reibungsloses Kauen zu ermöglichen.

Wenn die Zähne bereits stark angegriffen sind, oder wenn eine Stressverminderung einfach nicht ausreicht, kann der Zahnarzt eine Schienentherapie einleiten. Dazu wird ein Abdruck des Gebisses genommen, um eine Kunststoffschiene für den Unterkiefer anzufertigen. Diese wird dann nachts eingesetzt und verhindert einen Abrieb von Zahnsubstanz durch das Zähneknirschen. Da manche Patienten nicht nur nachts mit den Zähnen knirschen, sondern auch tagsüber immer wieder die Zähne fest aufeinander pressen, sollte man die Schiene eventuell auch am Tag tragen.