Kann man Karies ohne Bohren behandeln?

Viele Menschen scheuen den Gang zum Zahnarzt, weil sie schreckliche Angst vor dem Bohren haben. Einige Patienten entwickeln solch eine Phobie, dass sie jahrelang nicht zum Zahnarzt gehen, und die Schäden an ihren Zähnen somit immer massiver werden. Auch für Kinder stellt das Bohren eine enorme Belastung dar und kann sie schon sehr früh negativ prägen, so dass sie eine Abneigung gegen den regelmäßigen Zahnarztbesuch entwickeln.

Dabei bedeutet Karies nicht automatisch, dass zwangsläufig ein Bohrer zum Einsatz kommen muss. Wenn die Karies nur oberflächlich ist, und noch kein Loch in den Zahn gefressen hat, kann sie durch eine starke Fluoridierung des betroffenen Zahnes oftmals noch aufgehalten werden. Inzwischen haben Untersuchungen gezeigt, dass auch durch eine Behandlung mit Ozon die Bakterien auf der Zahnoberfläche abgetötet werden können.

Wenn bereits ein Loch im Zahn entstanden ist, dann kann eventuell eine Laserbehandlung in Frage kommen. Dies ist jedoch nur möglich, wenn das Loch noch recht klein ist, so dass ein regelmäßiger Besuch beim Zahnarzt unabdingbar ist, um bereits frühzeitig mit der Kariesbehandlung beginnen zu können. Nur wer frühzeitig zum Zahnarzt geht, kann sichergehen, dass bei ihm kein Bohrer zum Einsatz kommen muss.

Früher wurden ausschließlich Erkrankungen des Zahnfleisches und entzündete Wurzeln mit dem Laser behandelt. Heutzutage ist die Technik soweit fortgeschritten, dass der Laserbohrer unter gewissen Umständen auch bei der Behandlung von Karies zum Einsatz kommen kann. Das Laserbohren hat noch den großen Vorteil, dass wesentlich weniger gesunde Zahnsubstanz abgetragen werden muss. Ganz schmerzfrei ist jedoch auch das Bohren mit dem Laser nicht, deswegen wird manchen Patienten eine örtliche Betäubung empfohlen.

Inzwischen wird auch an weiteren Methoden zur Kariesbehandlung ohne Bohren geforscht. In einigen Praxen wird bereits eine spezielle Kunststoffmasse verwendet, die auf den Zahn aufgetragen wird, und die Karies einfach versiegelt. In den kommenden Jahren wird es sicher noch weitere Methoden geben, um vielen Patienten die Angst vor dem Gang zum Zahnarzt zu nehmen.