Mundschleimhautentzündung - Stomatitis

Eine Stomatitis bezeichnet die Entzündung der Mundschleimhaut, in den meisten Fällen geht Ihr eine Gingivitis, also eine Zahnfleischentzündung, voraus. Die häufigste Ursache für die Ausbildung einer Stomatitis ist eine unzureichende Mundhygiene. Wenn das Immunsystem dann noch geschwächt ist, kann sich die Mundschleimhaut noch einfacher entzünden.

Der Zahnmediziner unterscheidet zwischen sechs verschiedenen Formen, je nach Ausprägung und Symptomen. Die leichte Variante der Stomatitis wird auch als Stomatitis simplex bezeichnet, und tritt häufig im Zusammenhang mit Infekten auf. Auch im Fall einer Anämie, einer Schwangerschaft sowie Nikotin- oder Alkoholmissbrauch kann sich diese Form entwickeln. Die Stomatitis aphthosa ist durch einzelne oder mehrere gräuliche Flecken im Mundraum gekennzeichnet, die man auch als Aphten kennt. Diese meist schmerzhafte Erkrankung wird durch eine speziellen Virus verursacht, bei Kindern wird manchmal der Zahndurchbruch von einer solchen Stomatitis begleitet.

Bei der Mundfäule, medizinisch auch als Stomatitis ulcerosa bezeichnet, entwickeln sich eitrige Geschwüre im Mundraum. Bei dieser Variante leidet der Patient auch unter unangenehmem Mundgeruch, Fieber, starken Schmerzen und einer verstärkten Speichelbildung. Die Stomatitis allergica entsteht durch eine allergische Reaktion auf Nahrungsmittel oder bestimmte Arzneimittel. Die Maul- und Klauenseuche, die vereinzelt auch beim Menschen vorkommt, handelt es sich ebenfalls um eine Variante der Stomatitis, nämlich die Stomatitis epidemica. Wenn neben der Mundschleimhaut auch die Mandeln entzündet sind, in der Regel bei einer Diphterie-Erkrankung, spricht man auch von einer Stomatitis diphtherica.

Die Stomatitis macht sich allgemein durch eine Rötung und Schwellung der Mundschleimhaut, Beläge, Brennen, Blutungen, Mundgeruch und eventuell auch Geschwüre bemerkbar. In einigen Fällen ist die Erkrankung so schwer, dass es zu Beschwerden beim Schlucken und Sprechen kommt. Die Entzündung kann nur einen kleinen Bereich betreffen, sich aber auch großflächig im ganzen Mundraum ausdehnen.

In erster Linie wird die Stomatitis von Viren, Bakterien oder Pilzen ausgelöst, die sich vor allem bei schlechter Mundhygiene ungehindert im Mundraum vermehren können. Beim Vorliegen von bestimmten Erkrankungen wie einem Diabetes, Leukämie, einer Zöliakie oder einer entzündlichen Darmerkrankung kann sich in der Folge eine Stomatitis ausbilden. Saure Lebensmittel und scharfe Gewürze können zur Entwicklung einer Entzündung führen, wenn weitere Risikofaktoren vorliegen. In seltenen Fällen kann auch das Benutzen einer zu harten Zahnbürste in einer Entzündung der Mundschleimhaut enden. Wenn jemand Antibiotika oder Zytostatika einnehmen muss, ist die Schleimhaut im Mundraum auch wesentlich anfälliger.

Eine Stomatitis wird in der Regel lokal mit Gels oder Spülungen behandelt, man kann eventuell auch eine Therapie mit Naturmedizin versuchen. Wichtig ist in erster Linie das Abtöten der Krankheitserreger, was am ehesten durch eine spezielle Mundspülung ermöglicht wird. Wenn häufiger eine Stomatitis auftritt, sollte unbedingt nach einer möglichen Grunderkrankung gesucht werden, um diese adäquat behandeln zu können. Wenn der Patient starke Schmerzen hat, kann die Gabe von Schmerzmitteln angebracht sein. Während der Behandlung sollte unbedingt auf den Genuss von Nikotin und Alkohol verzichtet werden, um die Heilung nicht zu behindern.